Pädagogisches Konzept


<< zurück

 

Basierend auf dem Bildungs- und Erziehungsauftrag, den Rahmenrichtlinien und den besonderen Bedingungen unserer Schule setzen wir folgende Ziele und Schwerpunkte:

Die zweizügige Grundschule Haddorf besteht seit Schuljahresbeginn 2000. Sie liegt inmitten der Ortschaft Haddorf, eines Stadtteils Stades. In Haddorf leben zur Zeit etwa 2500 Einwohner; über 20 % davon sind ausgesiedelte Familien aus dem Osten, die im Laufe der letzten Jahre hier ansässig wurden.  

Um den Schülern erfolgreiches Lernen ermöglichen zu können, knüpft unsere Schule an die überaus positive Arbeit des Haddorfer Kindergartens an.  

Inhalte vorschulischer Arbeit und ein Anforderungsprofil der Grundschule hinsichtlich der Schulfähigkeit werden auf gemeinsamen Dienstversammlungen vorgestellt und aufeinander abgestimmt.  

Fortbildungsveranstaltungen können gemeinsam durchgeführt werden.

Soweit es die Planung zulässt, werden zukünftige ‚Erstklassenlehrer’ jeweils im ersten und auch im zweiten Halbjahr vor der Einschulung im Kindergarten hospitieren.

Ebenso sind die Erzieherinnen immer herzlich eingeladen am Unterricht eines ersten Schuljahres teilzunehmen um so ‚ihre Kinder’ nach der Abnablung vom Kindergarten im Schulalltag wiederzuerleben. So können ehemals gestellte Prognosen kritisch überprüft werden.

Die Sprachstandsfeststellung im Rahmen der Schulanmeldung kann nur von Erzieherinnen und Lehrerinnen gemeinsam bewältigt werden.  

Um künftigen Schülern Schwellenangst bezüglich ‚Schule’ zu nehmen werden diese im letzten Halbjahr vor Schuleintritt zu ‚Schnupperstunden’ im ersten Schuljahr eingeladen und im Kleingruppenunterricht von Lehrern und Erziehern gemeinsam auf ‚Schulfähigkeit’ angesehen. Außerdem sind die Kindergartengruppen bei größeren Schulveranstaltungen wie Spiel- und Sportfest, Theateraufführungen, Projektwochen und Adventsfeiern gern gesehene Gäste.  

Eine Informationsveranstaltung für Eltern der Kindergartenkinder bezüglich Schuleintritt findet jährlich statt. 

Aus Kindergarten und Schule sollte jeweils eine verantwortliche Kontaktperson benannt werden. Für die GS Haddorf übernimmt Frau Petrat diese Aufgabe. 

Bis auf wenige Ausnahmen wohnen alle Familien in unmittelbarer Nähe der Schule. Einige Kinder, auch aus der zweiten und dritten Klasse, werden regelmäßig von den Eltern zur Schule gebracht und abgeholt. 

Eine regelmäßige Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern ist zum Wohle jedes einzelnen Kindes notwendig, damit Erziehen und Lernen im Einklang stattfinden kann. 

Elternabende bilden hier die Grundlage für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass alle Eltern regelmäßig daran teilnehmen um allgemeine Informationen über Unterrichtsplanung- und –inhalte, Veranstaltungen, Klassenfahrten und Termine, bzw. eventuelle Probleme in der Klassensituation (Arbeitsverhalten, Hausaufgaben, Klassenverhalten) zu erhalten und gemeinsame Erziehungsziele festzulegen. Wenn Eltern nicht an Elternabenden teilnehmen können, sollten sie die Klassenlehrerin vorher telefonisch benachrichtigen. Es ist selbstverständlich, dass verhinderte Eltern sich später über die Inhalte des Elternabends bei den Elternvertretern informieren.

Insgesamt zeichnet sich die Schule durch eine äußerst positive Elternarbeit aus. Viele Eltern unterstützen die schulische Arbeit in allen Bereichen: Sie kommen in die Schule um bei Projektwochen und Basteltagen zu helfen, gestalten die Lesewoche mit, übernehmen Arbeitsgemeinschaften, helfen beim Sport- und Spielfest, begleiten die Kinder auf Ausflügen und bei Theaterfahrten, sind in der Schülerbücherei tätig und viele beteiligen sich an der Arbeit des Fördervereins. 

Die meisten Eltern nehmen den Besuch der Elternsprechtage, die zweimal im Schuljahr (November, März) jeweils an zwei Tagen stattfinden, wahr. Dort sind Einzelgespräche einfacher zu führen und zu verstehen als Gespräche in der Gruppe oder auch schriftliche Benachrichtigungen. Die Eltern werden über den Leistungs- und Entwicklungsstand ihres Kindes unterrichtet und persönliche Anliegen des Kindes können besprochen werden.  

Eventuell kann am Ende des Schuljahres noch ein zusätzlicher ‚Zeugnisbesprechungstag’ angeboten werden. 

Bei Bedarf finden auch Hausbesuche statt. 

Hospitationen der Eltern im Unterricht sind – nach Absprache – sehr erwünscht. So können die Eltern die Arbeitsweisen, Rituale und Gewohnheiten innerhalb der Klasse kennen lernen und das eigene Kind einmal in der Klassen- und Schulgemeinschaft beobachten. Dabei sollten die Eltern dann den gesamten Vormittag in der Schule verbringen. 

 

Der ‚Schulverein von A bis Z’ organisiert zahlreiche Veranstaltungen, die das Schulleben bereichern: z.B. Kaffee- und Kuchenbüffet bei der Einschulungsfeier, Schulwegsicherung, gesundes Schulfrühstück, Flohmärkte rund um’s Kind, Verabschiedung der Viertklässler usw. Außerdem bietet er finanzielle Unterstützung bei besonderen Anschaffungen und Projekten. 

Alle Erwachsenen im Hause (Lehrer, pädagogische Mitarbeiter, Mitarbeiter, ...) sind sich ihrer Vorbildfunktion hinsichtlich der Werteerziehung bewusst. Hier gelten höfliche Umgangsformen, Respekt und Toleranz dem Einzelnen gegenüber. Das tägliche gemeinsame Frühstück findet in ausreichender Zeit und somit auch unter Beachtung herkömmlicher Tischsitten statt. Wir gehen schonend mit Material und öffentlichem Eigentum um, indem wir auf Sauberkeit achten (Hausschuhe) und uns im Gebäude adäquat verhalten (Gehen; Unterhaltung in erträglicher Lautstärke...) 

Das soziale Lernen erleben die Kinder im täglichen Miteinander und es wird bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung besonderer Schulveranstaltungen in den Mittelpunkt gerückt. Hier sind beispielhaft die Klassenfahrten im 3. oder 4. Schuljahr, Ausflüge und Theaterfahrten, Sportfest, Lesetage und verschiedene Schulfeste zu nennen. Jung und alt, groß und klein, schnell und langsam, leistungsstark und leistungsschwach, selbstbewusst und schüchtern lernen die Schüler – außer in der Klassengemeinschaft -  in Partnerklassen, bei jahrgangsübergreifenden AGs, in Kleinfördergruppen, auf dem Pausenhof zu tolerieren und zu respektieren. Hier wird auch besonderes Augenmerk auf die soziale Sensibilität und Kompetenz des Einzelnen gelegt. Soziales Fehlverhalten wird nach Möglichkeit bewusst gemacht mit dem Ziel Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten und Veränderungen zu erreichen. In diesem Zusammenhang sind auch die geplante Projektwoche zum Thema ‚Gewaltprävention’ und als daran anschließendes Ziel ein ‚Sozialtraining im Schulalltag’ zu nennen. 

In Absprache mit den Eltern und Erziehungsberechtigten achten wir im Rahmen der Gesundheitserziehung auf gesunde Ernährung. Die tägliche Frühstückszeit ist fest verankert, findet immer gemeinsam mit dem Klassenlehrer statt und beinhaltet den Verzehr von gesunder Nahrung und zuckerfreien Getränken. Nach Schwimm- und Sportstunden duschen die Kinder, falls ausreichend Zeit vorhanden ist. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Stade achten wir auf die Zahngesundheit und nehmen an verschiedenartigen Zahnputzaktionen teil. Damit die Schüler nicht übermäßig viel Gewicht im Schulranzen zu transportieren haben, verbleiben nicht benötigte Schulsachen im Klassenraum. 

Um alle Kinder zu umweltbewusstem Verhalten zu erziehen wird in jedem Raum der Schule der anfallende Müll getrennt (Papier, Biomüll, Restmüll). Die Entsorgung des Mülls und die Säuberung der Behälter übernehmen die Kinder in Eigenverantwortung. Außerdem achten sie darauf, dass nicht im Übermaße Müll produziert wird und vermeiden den Gebrauch von Einwegmaterialien. Auf den Materiallisten der Kinder wird immer wieder auf den Kauf von umweltfreundlichen Materialien hingewiesen (Pappordner, Holzbuntstifte ...). 

Die interkulturelle Erziehung erfahren die Kinder in erster Linie im Zusammenleben von deutschen Kindern mit Aussiedlerkindern und einigen wenigen Ausländern. Durch Klassenfeste und Projekte ist ein erstes Erleben anderer Kulturen in Form von Liedern, Spielen, Geschichten, Speisen und Getränken möglich. Unser Augenmerk liegt darin, negative Vorurteile bezüglich der ‚Neubürger’ aufzubrechen und hier für Offenheit und Respekt zu werben. Interkulturelle Erziehung beinhaltet für unsere Schule auch das Kennenlernen anderer Religionen. 

Die Medienerziehung hat einen hohen Stellenwert durch die von Eltern vorbildlich geführte Schülerbücherei und durch die überdurchschnittlich gute Multimediaausstattung (Computerraum mit 7 Arbeitsplätzen, PC und Internetanschluss in jedem Klassenraum). Die Nutzung und Einbindung dieser Medien  in den Unterricht verstärkt sich im Laufe der Jahre immer mehr. Ziel soll hier ein eigenverantwortliches Arbeiten aller Kinder vom zweiten Schuljahr an sein, die mit Lernsoftware und einfacher Textverarbeitung umgehen können. 

In Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten, Polizei, ADAC und Verkehrswacht wird die Mobilitätserziehung in jedem Schuljahr zum Thema. Im Sinne eines Spiralcurriculums lernen die Kinder zu folgenden Themen: Schulwegsicherung; Fußgängerführerschein (1. Schuljahr); Verhalten im/am Bus; Schulung der Sinne; Radfahrprüfung mit ADAC-Turnier (4. Schuljahr); Geschicklichkeit und Gewandtheit. Hier ist aber immer wieder darauf hinzuweisen, dass ein verkehrsgerechtes Verhalten der Kinder nur über häufig wiederholtes Training erreicht werden kann. Diesen Anspruch kann die Schule nicht erfüllen, also ist auch hier die Zusammenarbeit mit den Erziehungs-berechtigten zum Schutze der Kinder notwendig. 

Abschließend sind noch die besonderen Bedingungen für unsere Schule zu nennen. Das zur Zeit größte Problem liegt im sprachlichen Bereich und ist nicht allein mit der ‚Migrantenproblematik’ zu erklären, sondern hier muss wohl in mindestens gleichem Maße auf die ‚veränderte Kindheit’ aller Schüler hingewiesen werden. Die Sprachstandsfeststellungen der letzten beiden Jahre, besonders aber die Aufsatzerziehung im Deutschunterricht zeigen, dass immer mehr Kinder Rückstände in der Sprachentwicklung und auch Schwierigkeiten mit den Begrifflichkeiten haben. Hier setzt unser Förderprogramm für Kleingruppen an: In vorgeschalteten halbstündigen Sequenzen trainieren Kinder Wörter, Sätze, Texte, aber auch mathematische Inhalte. Unterstützt wird der Kleingruppenunterricht durch Lehrerdoppelbesetzungen in einigen Stunden. Hier finden aber auch verstärkt Differenzierungsmaßnahmen für leistungsstärkere Kinder statt (Forderprogramm).